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Überleben in Kabul - eine Stadt und ihre Frauen

2010, Digi-Beta, 45 Min. - ein Film von Elke Jonigkeit

Sendetermin: 19.05.2010 im 1. Programm der ARD

........................ EinsEXTRA 29. Juni, 08:15 Uhr
.........................HR, 8./9. August, 01.00 Uhr

Hafiza
Hafiza mit ihren drei Töchtern, März 2010

Ausschnitte aus dem Text von Jens Szameit

... Um vier Protagonistinnen dreht sich Elke Jonigkeits Bestandsaufnahme aus der Krisenregion, drei von ihnen begleitet sie schon seit mehr als 20 Jahren. Als Jonigkeit, die mit örtlicher Unterstützung seit 2002 auch ein Ausbildungszentrum für Frauen in Kabul betreibt, nun im März zurückkehrte, war von einer Entspannung der Lage nicht viel zu spüren. Im Gegenteil: Die blauen Burkas sieht man nun wieder häufiger und überdies: "Ausländerinnen sind noch weniger gern gesehen als Ausländer."
….

Im Frauengefängnis von Kabul ist das Auseinanderklaffen von liberalem Anspruch und reaktionärer Realität besonders gut zu beobachten. Die Drehgenehmigung beschaffte eine ehemalige Staatsanwältin, die sich heute als Menschenrechtlerin engagiert: "Das Gebäude hat man erneuert", sagt sie scharf, "aber die Rechtsprechung ist die alte geblieben."

Gewalt gegenüber Frauen hat signifikant zugenommen, berichtet eine andere Protagonistin, die sich politisch engagiert, und vor allem auch die Selbstmordrate. Durch die vielen Ausländer und die zurückgekehrten Flüchtlinge wüssten viele Frauen, dass ein anderes Leben möglich ist, erklärt Jonigkeit. Doch mit ihren Versuchen, das im Alltag zu leben, stoßen sie in ihren Familien schnell an Grenzen. "Dann bleibt aus ihrer Sicht häufig nichts anderes übrig, als sich zu verbrennen." Über die Gründe für diese grausame Praxis kann die Filmemacherin nur spekulieren: "Ich denke, es ist in der afghanischen Mentalität angelegt, ein Fanal zu setzen. Die Krankenhäuser sind voll von weiblichen Brandopfern, das ist eine große Katastrophe."

Die eigentlichen Gründe für die vielen sozialen Brandherde liegen aber woanders. Und die westlichen Besatzer und Geschäftemacher tragen nach Ansicht der Autorin eine Mitschuld. "Die westliche Lebensweise ist in Afghanistan wie ein Tsunami eingebrochen. Die Menschen kommen mit ihr nicht klar." So zeigt der Film riesige Kaufhäuser und Paläste, "die mit Afghanistan überhaupt nicht in Einklang zu bringen sind", so Jonigkeit: "Für dieses Einimpfen der westlichen Ideologie sind die Menschen nicht bereit. Lasst sie sich doch langsam und unabhängig entwickeln!"

Hoffnung vermitteln im Film vor allem die jungen Frauen, die ihre Situation nicht mit der Ära des letzten kommunistischen Herrschers Nadschibullah, die 1992 endete, vergleichen, sondern mit der Taliban-Zeit, in der sie nicht einmal zur Schule gehen durften. Heute wollen sie Anwältin oder Medizinerin werden. Wenn das neue Bildungsbewusstsein nicht rückläufig ist, wenn moderate Kräfte an der Macht bleiben, sagt Elke Jonigkeit, dann haben sie vielleicht sogar eine Chance.

weitere Filme: Die Frauen von Kabul - Sterne am verbrannten Himmel / 60 Min. / 2002 / 26,00 €
.......................Tschadari & Buz Kaschi / 1989 / 99 Min. / 36,00 €
.......................Geflüchtet, Gefoltert, Vergewaltigt 1987 / 30 Min./ 16,00 €
.......................Frauen mit nie gehörten Namen / 1988 / 30 Min. / 16,00 €
.......................Mein Vater war ein Märtyrer / 1987 / 30 Min. / 16,00 €
.......................Afghanische Kinder träumen vom Frieden / 1988 / 30 Min. / 16,00 €

Alle Filme können Sie als DVD bei uns kaufen. Im Preis ist die MwSt. eingeschlossen, Porto und Verpackung kommt hinzu. Im Inland sind da 3,00 €.


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