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Tschadari & Buz Kaschi - Afghanische Frauen heute

Dokumentarfilm von Elke Jonigkeit, 1989, 99 min.

Frauen in Afghanistan

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Tschadari - die Verschleierung der afghanischen Frau. Buz Kaschi - das männliche Reiterspiel

Diese zwei Gegenpole bilden in der afghanischen Gesellschaft eine Einheit: Tschadari versinnbildlicht die zurückgezogene Stellung der Frau im öffentlichen Leben; das beliebte Buz Kaschi Spiel weist aus, welche Eigenschaften vom Mann besonders erwartet werden, nämlich Körperkraft und Härte.

'Tschadari & Buz Kaschi' versucht ein Gespür zu entwickeln für die Schwierigkeit der afghanischen Frauen. Der Film schaut mit den Augen einer Frau - aus europäischer Sicht - auf das ihr fremde Lebensgefühl der Afghanin.

Ein wichtiges Resultat des Krieges: Die afghanische Gesellschaft befindet sich im Umbruch.

Im Strudel der Kriegsereignisse geht alles verloren: Leben und Besitz, Rechte und Ansehen, alte Traditionen und feste Rollenschemata. Die Balance zwischen Tradition und Erneuerung, zwischen islamischem Glauben und Sozialismus/Kommunismus, zwischen dem 'zum Manne halten' in dieser Kriegszeit und dem Anspruch der Frauen auf Selbstbestimmung, ist fast nicht mehr zu halten. Die Polarisierung in der Politik - Sozialismus/Kommunismus kontra islamischer Fundamentalismus - zwingt die Frauen mehr und mehr dazu, sich für eine Seite zu entscheiden. Der von vielen angestrebte 'goldene Mittelweg' ist in dieser Zerreißprobe versperrt.

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  • Berlinale 1989
  • Prädikat "Wertvoll"
  • Ausstrahlung im 1. Programm der ARD

Regie: Elke Jonigkeit
Musik: Henning Christiansen
Kamera: Dariusz Panas
Ton: Nuruliah Ebrahimy, Pascaie Riou
Schnitt: Wenda Zeman, Elke Jonigkeit
Dolmetscher: Nuruilah Ebrahlmy
Übersetzer: Matin Gul Hazrat
Gefördert mit Mitteln der kulturellen und wirtschaftlichen Filmförderung des Landes NRW. - Produziert 1989, Farbe, 99', 16 mm, Licht- / Magnetton (deutsch, englisch, spanisch), VHS-Kassette in Deutsch

Fotos: Elke Jonigkeit

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Im Film werden die unterschiedlichen Schicksale und Lebensauffassungen verzahnt: das Leben der Frauen, die nach Pakistan flüchteten und derjenigen, die - bewußt oder die Situation erduldend - in Afghanistan blieben; die aktive Widerstandskämpferin auf der Seite der Mudjahedin und die sozialistische Arbeiterfrau. Der Betrachter bekommt Einblick in beide 'Lager': wie in Afghanistan am sozialistischen Lebensgefühl und im pakistanischen Exil am Modell 'Islamische Republik Afghanistan' gearbeitet wird. Wie zu allen Kriegszeiten, leisten Frauen gefährliche Kurier- und Spiondienste, pflegen Verletzte und sorgen für das Überleben der Alten und Kinder. Und sie haben - 'gleichberechtigt' mit den Männern - die Folgen des Krieges zu tragen: auch sie sitzen in Gefängnissen, werden gefoltert und ermordet. Sie werden vergewaltigt, müssen Haus und Hof verlassen und ins Ausland flüchten. Der Krieg ruft bei den Frauen andere Verhaltensweisen hervor, die von den Männern akzeptiert werden müssen. Frauen haben Verantwortlichkeiten übernommen, die traditionell den Männern vorbehalten waren. Während die Gallionsfigur der Fundamentalisten, Gulbodin Hekmatyar und der Regierungschef der 'demokratischen Republik Afghanistan', Dr. Najibullah, mit ähnlichen Worten unversöhnliche Gegensätze beschwören, wird die Identität der afghanischen Frau auf eine Zerreißprobe gestellt.

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