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Rezension von Ricardo Mosquera, Havanna
Zeitung des Internationalen Filmfestivals, Dezember 1995

A C H É - die afrikanische Seele Kubas

Ein Film voller Musik, Magie und Ekstase von Elke Jonigkeit

Eine Suppenschüssel ist eine Suppenschüssel. Ein Stein ist ein Stein. Aber ein Stein in einer Suppenschüssel kann ein Gott sein, ein afrikanischer Orisha, der im Verborgenen alle Anfeindungen, alle Unbill der Jahrhunderte überdauert hat. Die Sklavenschiffe brachten seinerzeit ja nicht nur Arbeitskräfte nach Kuba - sondern Menschen: Männer, Frauen und Kinder mit einer faszinierenden Gedanken- und Gefühlswelt, magischen Kulten, rhythmischen Tänzen und Gesängen - und mit einem Himmel voller Götter.

Cutcho im RitualIn diesen Zeiten höchster Not besinnen sich immer mehr Menschen auf die Weisheiten ihrer schwarzen Vorfahren, auf deren Überlebensstrategien - zu denen nicht zuletzt auch ihre religiösen Vorstellungen gehören.

Die Trommel ißt; sie schläft; sie singt; sie spricht. Durch sie sprechen die Götter: Mit den Trommelschlag nimmt der Mensch Verbindung mit ihnen auf. Mit Yemaya, der Göttin des Meeres, aus der das Leben fließt. Mit Chango, dem Gott der Trommeln - dem Herrscher über Sex, Rhythmus und Zeit. Mit Ochun, der Göttin der Liebe - der kubanischen Aphrodite.

Dies ist der Rahmen, in dem der Film sich bewegt. Es werden Bilder gezeigt, die absolut authentisch sind - durchdrungen von dem religiösen Trancezustand, in den die Eingeweihten bei ihren rituellen Tänzen geraten. Erst nach mehreren Aufenthalten innerhalb von vier Jahren gelang es der Autorin, den notwendigen Zugang zu dieser Glaubensgemeinschaft zu haben, um in ihrem Kreis diese Szenen mit der Kamera aufnehmen zu können.

Die Orishas sind allgegenwärtig: sie kreisen als Geier über dem Ozean, bewachen in Form eines Steins mit Augen und Mund aus Kaurismuscheln das Haus und verlangen, daß man sich täglich um sie kümmert, zu ihnen spricht, ihnen zu essen und zu trinken gibt. Ihnen zu Ehren veranstaltet man Feste, auf denen die Götter von den Gläubigen Besitz ergreifen, sie "wie Pferde reiten", ihnen Einblicke ins Jenseits gewähren "für die es sich zu leben lohnt".

HAVANNA - an alte römische Tempel, an kostbare Ausgrabungen aus der Antike, könnten die Ruinen in Havannas Straßen erinnern - wäre da nicht der kubanische Alltag, geprägt von Armut, Verfall und Lethargie.

Film bestellen    |    Aufführung Oktober 2007


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